Hallo zusammen
In den letzten Wochen haben wir Aserbaidschan schon wieder verlassen. Vorher fuhren wir aber noch nach Ganja, eine lebendige, fröhliche Stadt. Wir besuchten den etwas entfernten Nationalpark mit dem Blausee. Er entstand nach einem Erdbeben und verschüttete das ganze Dorf. Heute liefert er das Trinkwasser in das Gebiet Ganja. Zurück in der Stadt besuchten wir die Parkanlage welche zu Ehren des ehemaligen Präsidenten gebaut wurde, mit Museum, Vergnügungspark und Amphitheater auf einer Länge von ca. 2,5 km. Für schweizerische Grössenverhältnisse leicht übertrieben. Am Tag waren wir fast alleine, aber am frühen Abend kam plötzlich Leben in die Anlage.
Unsere Route führte uns nach Baku, wo wir uns für die Fähre übers Kaspische Meer nach Aqtau vorbereiteten. Baku ist eine Reise wert, modern und alt bunt gemischt. Baku gehört zu den Vorreitern der Ölindustrie und diese Industrie ist überall sichtbar. Als wir ankamen war eine Autoshow in Mitten der Stadt. Für uns waren die Autos jetzt nicht so spannend, steht man 10 min. in Zug, Zürich oder Lugano an die Strasse, voilà! Hier stehen alle Schlange, um das Geräusch der Motoren zu hören. Die Altstadt ist sehr interessant und mit ihren vielen Caravansarayen gehörte sie zu einem zentralen Punkt der Seidenstrasse. Der Besuch der Schlammvulkane war super. Nicht nur wegen dem Vulkan, mehr noch war die Fahrt ein Ereignis. Die Vulkane kann man nur besuchen wenn man mit den Taxis das letzte Stück fährt. Uralte Lada’s, mit einem mehr oder weniger gut geeigneten Offroadverhalten und super Soundanlage, nichts für Angsthasen und Hörgeschädigte. Wir hatten aber wirklich Spass.
Wieder zurück in der Stadt haben wir uns Richtung Fährhafen gemacht und uns auf eine länger Zeit vorbereitet. Wir haben um 8 Uhr abends begonnen mit der Zollabwicklung, mussten dann aber auf dem Areal übernachten. Am nächsten Morgen ging die Jagt nach den richtigen Stempeln los und um 4 Uhr Nachmittags wurde das Schiff beladen, Nachts um 10 ging’s dann los. 18 Stunden überfahrt mit vielen Truckern, 4er Zimmern und Kantinenessen. Alles gut wir haben uns alle miteinander unterhalten, in allen möglichen Sprachen und KI.
Endlich Aqtau war in Sichtweite, jetzt kann es nur nochmals Stunden dauern. Natürlich mussten wir auch hier wieder allen Stempeln nachrennen und auf dem Areal übernachten, da der letzte Stempel erst an Morgen gemacht wird. Irgendwann war das dann auch geschafft und es ging los, Kasachstan. Wir besuchten als Erstes die Pilgerstätte Beket Ata. Marc wollte Busse tun und hat den Pilgerweg von 1000 Stufen bei 35° ohne Wasser gemacht, das war für uns beide. Wieder zurück in Aqtau, haben wir zwei Tage Pause am Strand vom Kaspischen Meer gemacht und sogar darin gebadet. Das Meer liegt 28m unter dem Meeresspiegel, hat einenSalzgehalt von 1.5 %, 4 Zuflüssen und keinen Abfluss. Die Fläche ist etwa so gross wie Japan.
Nächstes Ziel Aktobe, ca. 1300 km quer durch die Steppe. Die Steppe ist unendlich. Anfänglich hat sich die Landschaft noch verändert, nachher nicht mehr. In Aktobe besuchten wir ein Stahlwerk für Chromgewinnung. Die freuen sich sehr über Besuch, die Sicherheitsvorschriften sind aber schlimmer als am Flughafen. Wir mussten 4 Formulare unterschreiben für Sicherheit und Passkontrolle, Big Brother is watching you. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging unsere Reise weiter, wieder Steppe 700 km an den Aralsee. Hier haben wir Andrea und Harald getroffen, sie reisen zu unserem Glück auch mit einem Lastwagen. Der Platz war fantastisch! Plötzlich hat bei Grisu aber der Boden nachgelassen, richtig scheisse gelaufen! Harald konnte uns wieder befreien und wir haben zusammen eine schönen Abend genossen.
Die nächste Steppe führte uns nach Turkistan, eine der ältesten Städte Zentralasien und das geistige Zentrum Kasachstans. Das Zentrum wurde völlig neu gestaltet, man nennt es klein Venedig. Nach so viel Steppe haben wir uns richtig auf etwas anderes gefreut. Es war ganz anders als wir es uns gedacht hätten, kitschig aber cool. Natürlich besuchten wir das Flying Theater. Das war ein Spass. Hier fliegt man über Kasachstan mit 8D Animation, ein Muss!
Nach vielen tausend Kilometern haben wir Almaty erreicht, entlang der Gebirgskette Kungej-Alatau. Eine der grössten Städte Kasachstans. Wir besuchten den Nationalpark und haben versucht mit Pfeil und Bogen zu schiessen. Die Zielscheiben haben wir mehr oder weniger gut getroffen. Ich habe einen schönen blauen Flecken als Erinnerung mitgenommen. Die Stadt wird immer wieder von kleinen Erdbeben heimgesucht. Das letzte grosse Beben hat die ganze Altstadt zerstört, jetzt ist nur noch eine Moschee vorhanden. Almaty ist also recht neu und modern. Wir stehen etwas ausserhalb in den Hügeln mit prächtigem Blick auf die Stadt. Almaty ist die Stadt der Äpfel.
Wir reisen immer näher Richtung Kirgistan.
Herzliche Grüsse an alle
Claudia und Marc




























































