Hallo zusammen
Am 17. Mai haben wir die Grenze zu Georgien passiert. Wir haben uns auf eine längere Prozedur eingestellt, was sich als völlig unbegründet herausstellte. Marc durfte nur alleine mit dem Auto einreisen und ich spazierte wie an einem Flughafen über die Grenze. Als erstes besuchten wir Batumi. Die Georgier nennen Batumi, klein Dubai. Hier schiessen die riesen Komplexe wir Pilze aus dem Boden und die Casinos finden überall Platz. Batumi ist die zweit grösste Stadt in Georgien und gilt als beliebtes Ferienziel. Hier befindet sich einer der grössten Botanischen Gärten, wunderschön gelegen am Stadtrand etwas erhöht. Auch hier ist das Wetter nicht immer auf unserer Seite, mindestens einmal täglich regnet es. Wir haben aber die Möglichkeit alles um das Wetter herum zu planen.
Unsere Route führte uns weiter der Küste des Schwarzen Meeres entlang nach Kabuleti. Georgien ist Landschaftlich um einiges attraktiver als die Türkei, die Menschen hier wirken aber viel abweisender. Wenn man aber etwas braucht, sind sie auch hier sehr hilfsbereit. Die Georgier sind geprägt von ihrer Geschichte, Jahrzehntelang mussten sie alle Nachbaren fürchten und sich immer wieder zur Wehr setzen. Auch jetzt spürt man den Druck auf das Land. Russland auf der einen Seite, welche Teile in Georgien besetzen und die Leute die sich eher an Europa orientieren. Leider wurde das Wetter immer noch nicht besser und wir haben die Fahrt nach Uschguli, dem höchstgelegenen bewohnten Dorf auf 2100 m ü.M im grossen Kaukasus, weggelassen. Das war gut so, wir hörten von Steinschlag auf der Route. Stattdessen fuhren wir über den Martvilli Canyon. Ein kleiner aber schöner Canyon. Hier trafen wir weitere Reisende aus der Schweiz, Maria und Markus. Zusammen genossen wir einen schönen friedlichen Abend zu viert.
Auf dem Weg nach Kutaisi besuchten wir die Prometheus Höhlen. Sie ist eine der spektakulärsten Karsthöhlen und beeindruckt durch ihre riesigen unterirdischen Hallen und faszinierenden Stalaktiten. Die Reiserei ist hier manchmal auch Glücksache, die Ortstafeln werden in verschiedensten Arten geschrieben, in der Karte, auf den Tafeln oder im Reiseführer. Mit etwas Fantasie haben wir bis jetzt unseren Weg gefunden. Die Schlafplätze sind in diesem Wetter auch nicht ohne. Oft stehen wir in irgendeiner Wiese mit viel matsch, bis jetzt sind wir immer aus eigener Kraft wieder weggekommen, haben aber unsere Spuren hinterlassen. Kutaisi ist eine mittelgrosse Stadt mit viel Betrieb und einem Vergnügungspark aus den Sowjetzeiten. Wir konnten nicht widerstehen und haben uns in ein rostiges Riesenrad gesetzt, hurra wir leben noch.
Weiter gehts nach Uplistsikhe zu den Höhlensiedlungen, eines der ältesten Kulturdenkmälern Georgiens und UNESCO Weltkulturerbe. Am Karavanenweg gelegen, war Uplistsikhe einer der wichtigsten Umschlagplätze für begehrte Waren aus Ost und West.
Tiflis, die Hauptstadt Georgiens. Eine Mischung aus Alt und Modern. Der Sowjetische Einfluss ist sehr gut spürbar. Einen Spaziergang durch die Stadt verschiebt einen in verschiedene Zeiten. Tiflis war das kulturelle Zentrum des gesamten Kaukasus. Tiflis bedeutet Ort der warmen Quellen.
Wir probieren es noch einmal mit einem Abstecher in den grossen Kaukasus und fahren nach Gergeti, ca.10 km vor der russischen Grenze. Leider war auch hier das Wetter nicht so makellos, um die Bergwelt in seiner vollsten Pracht zu bestaunen. Die Fahrt über den Kreuzpass war eine rumplige Angelegenheit, aber Grisu und Marc meisterten alle Passagen mit Leichtigkeit. Das berühmte Kloster Gergeti Trinity Church befindet sich auf 2170 m ü.M.
Auf dem Weg an die Grenze zu Aserbaidschan fahren wir über Napereuli, einem georgischen Weingebiet. Wir haben verschiedene Weine getestet, ich muss leider gestehen der Spucknapf war anschliessend voll und wir waren nicht dazu hingerissen etwas zu kaufen. Eine gute Entscheidung für den Grenzübertritt.
Wir wussten lange nicht, ob wir tatsächlich die Grenze zu Aserbaidschan passieren dürfen. Die Grenze ist für den privaten Verkehr seit 2020 geschlossen. Wir konnten uns einer Gruppe anschliessen, mit einer Ausnahmebewilligung, als Autoclub für Völkerverständigungen einreisen. Hätte das nicht geklappt, wäre uns nur der Weg über Russland geblieben. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie freundlich hier alle sind. Nach den eher grimmigen Gesichtern in Georgien geht einem das Herz auf. Wir verlassen die Grenze und fahren nach Gax und weiter nach Sheki. Da besuchten wir den Königs Palast. Die Leute winken alle freundlich und sind interessiert woher wir kommen. Dieses Land ist eine Reise wert, es gibt viel schönes zu entdecken. Alles ist super ordentlich und sauber. Hier mussten wir wieder einmal Tanken, gut 600 l zum Preis von 50 Rappen, für einmal hat unsere Kreditkarte nicht gehustet. Nach der ersten Verschnaufpause reisten wir weiter nach Gabala und besuchten eine Lavendelfarm. Es war etwas Touristisch aber die Stimmung war so richtig schön. Wir machten einen Abstecher in das zweitgrösste Skigebiet im Land, Tufandag. Mit der Bergbahn fuhren wir mit 3x umsteigen auf den Gipfel und machten da eine kleine Wanderung im gossen Kaukasus. Der grosse Kaukasus erstreckt sich in Aserbaidschan auf einer länge von ca. 500km und der kleine über eine länge von ca. 600km.
Weiter gehts nach Ganja und Baku.
Wir grüssen euch alle herzlich, bis zum nächsten Mal.
Claudia und Marc
Hallo zusammen
Unsere Route durch die Türkei führte uns im schnelleren Reisetempo an Istanbul und Ankara vorbei. (Istanbul besuchen wir mal ohne Auto.) Weiter gehts über eine schöne Bergstrecke. Es ist Mai, aber es hat tatsächlich geschneit. Wir haben Witze gemacht, es würde nur noch der Schneepflug fehlen. Schon kam einer angefahren. Uns hat die Türkei noch nicht in den Bann gezogen. Die Abfallberge verteilen sich über das ganze Land und es riecht vielerorts nach KEZO. Jedoch die Leute sind äusserst freundlich, leider ist unser Türkisch nicht vorhanden, aber die Hände und Füsse bringen die Kulturen auch etwas näher zueinander. Das Tanken ist immer wieder lustig. Unser Grisu ist auch hier eine Kontaktbörse. Hier wird man betankt, da unsere Fässer länger brauchen ist immer genug Zeit uns alles zu fragen. Einer wollte mit uns unbedingt seinen Schoggiriegel teilen und der nächste wollte unbedingt Tee bringen.
Nach mehreren Kilometern erreichten wir Göreme im Gebiet Kappadokien, ein absoluter Touristen Hotspot. Göreme ist bekannt für seine Feenkamine. Diese kegelförmigen Gesteinsformationen treten am häufigsten im Tal der Mönche auf. Früher wurden Häuser und Kirchen in diese Kegel gehauen. Heute werden Luxus Wohnungen oder Hotels rein gebaut. Hier verweilten wir mal ein paar Tage. Wir haben uns auf ein Plateau gestellt und die freie Natur genossen. Wir waren nicht alleine, da waren noch zwei andere Fahrzeuge und wir haben bei Feuer und Bier zusammen die Zeit genossen. Dieses Gebiet ist auch bekannt für Heissluftballon fliegen. Wir haben dieses Schauspiel zweimal genossen, Hochbetrieb ab 4.30 am Morgen. Da starten ca. 120 Ballone zusammen in den Morgen hinein. Ein fantastisches Schauspiel. Natürlich wollten wir auch mitfliegen, der Wecker klingelte bereits um 3.45. Ein wunderbares Spektakel.
Weiter führte uns der Weg wieder nördlicher ans Schwarze Meer. Auf unserer Fahrt besuchten wir die Ruinen von Hattuša, einer bronzezeitlichen Stadt im anatolischen Hochland. Diese Stätte gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Entlang der Küste fuhren wir über Sinop, Ordu und Trabzon. Dieses Gebiet ist bekannt für seine Haselnüsse und dem landestypischen Tee. Wir besuchten eine Haselnussfabrik und kauften viele leckere Produkte. In der Nähe von Trabzon besuchten wir eine Teeplantage. Hier ist Teetrinken ein Zeichen von Gastfreundschaft, überall erhält man einen Tee und den sollte man nicht abschlagen.
Das ehemalige griechisch-orthodoxe Kloster von Sumela, ist eine Reise wert, aber erst im November wenn die Touristenströme wieder weg sind. Wir kommen jetzt der Grenze von Georgien immer näher.
Bis bald, liebe Grüsse
Claudia und Marc
Hallo zusammen
Endlich konnten wir unsere Reise starten, am 16.April fuhren wir los. Unser erstes Ziel war das Tessin. Wir haben unseren Grisu nochmals im Einsatz getestet. Alles ok, die Fahrt kann weitergehen. Unsere Etappen haben wir anfänglich noch etwas kürzer gehalten, Venedig und Pula in Kroatien. Ein wichtiger Termin in Pula hatten wir mit Valentin, Emma, Lars und Jacob. Wir durften sie einen Tag auf dem Segelschiff begleiten. Bei einem Küstenstädtchen wurden wir wieder an Land gebracht, sie segelten weiter und unser Weg ging zurück zu Grisu. Das war eine schöne Abwechslung, Danke.
Unser gutes Gefühl war von kurzer Dauer. Wir diskutierten lange welchen Weg wir jetzt tatsächlich Richtung Süden fahren wollen. Die Küste hat eben auch seinen Reiz. Glücklicherweise, haben wir uns doch für die Strecke über die Städte entschieden. Am Morgen starteten wir voller Elan unseren Motor, ab zum Wasserblasen und weiter gehts….. Wir wollten den Motor wieder starten, nichts ging mehr! Dieses Problem hatten wir noch nie.
Liebe Mobiliar……….. Die Mobiliar schickte uns einen Pannenhelfer und die Maschine lief wieder. Wir haben es unterlassen den Motor wieder auszuschalten bis wir in Zagreb richtig parkiert waren. Glück gehabt, wieder war alles still im Motor. Wir haben uns mit der Firma Larag besprochen und auch sie kamen zu Schluss, es muss die Starter-Batterie sein. Kurz entschlossen haben wir neue Batterien mit Lieferung auf den Camping bestellt und Marc hat sie eingebaut. Jetzt marschiert Grisu wieder wie am Schnürchen.
Zagreb wäre sicher einen Besuch wert, aber erst in ein paar Jahren. Im Moment wird so viel saniert und neu gebaut, dass das Stadtbild mit diversen Baukrans sehr gestört ist.
Unser nächste Stopp war Belgrad. Wir fuhren etwas ausserhalb auf einen Platz und konnten mit dem Bus die Stadt besuchen. Diese Stadt war nichts für uns, alles war schon sehr marode und ich konnte dieser Stadt nicht schönes abgewinnen.
Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Sofia in Bulgarien. Hier waren die Bauten dann schon wieder einiges prächtiger, aber auch da blieben wir nur kurz. Die Fahrt in die Türkei war länger, deshalb sind wir schon früh losgefahren, zum Glück. Nach so vielen Grenzübertritten wie nach Italien, Slovenien, Kroatien, Serbien und Bulgarien, konnten wir uns nicht vorstellen, dass es in die Türkei so zeitraubend sein wird. Nach dem wir ca. 4 Mal unsere Pässe und den Fahrzeugausweis gezeigt und registriert haben, mussten wir in den Scanner. Nur für’s Verständnis, es standen ca. 13 Autos vor uns und jedes Auto brauchte im Minimum 10 -15 min. Wir verbrachten also geschlagene 4 Stunden auf dem Zollareal. Jetzt sind wir erst in der Türkei, wie geht es wohl weiter….. Wir lassen uns überraschen.
Ihr mögt es uns verzeihen, dass wir noch nicht so viel angeschaut haben wie normal. Für uns fängt die Reise erst jetzt in der Türkei so richtig an. Bevor unser Trip auf der Seidenstrasse startet, möchten wir betonen, dass alles was wir in diesem Blog schreiben ausschliesslich auf unseren eigenen Erfahrungen und Empfindungen basiert. Es ist nicht als Reiseführer gedacht.
Wir Grüssen euch herzlich
Claudia und Marc
Hallo Zusammen
Wir melden uns zurück. Nach einer längeren Pause sind wir in den Vorbereitungen für unsere nächste Reise. Der Konflikt im Nahen Osten macht uns etwas Sorgen, aber im Moment betrifft es keines der Länder welche wir bereisen möchten.
Unser neues Ziel ist Peking, über Teile der Seidenstrasse.
Unser Vorbereitungen sollten in wenigen Tagen abgeschlossenen sein, um ca. Mitte April Richtung Italien zu starten. Weiter gehts über Kroatien, Serbien und Bulgarien in die Türkei. Unser Weg führt uns nach Georgien, Aserbaidschan ans Kaspische Meer, wo wir in Baku nach Kasachstan verschiffen möchten, immer näher Richtung China. Auf unser Rückreisen besuchen wir auch noch die Mongolei, wo wir über Kirgisistan und Uzbekistan zurück ans Kaspische Meer wieder in die Nähe von Europa kommen.
Wir versuchen euch von Zeit zu Zeit auf dem Laufenden zu halten.
Voller Vorfreude auf unsere neuen Abenteuer grüssen wir euch.
Bis Bald
Claudia und Marc