Hallo zusammen
Es ist jetzt schon wieder viel Zeit vergangen seit unserem letzten Update, aber in China ist das mit dem freien Internet nicht wie bei uns. Aufgehört haben wir in Almaty. Unser Weg führte über den Charyn Canyon nach Kirgisistan. Der Canyon gehört zu den beeindrucktesten Naturwundern Kasachstans. Die Felsformationen erinnern die Besucher oft an den Grand Canyon. Mal ehrlich, da braucht man schon etwas Fantasie oder man war noch nie dort. Schön war’s, aber kein Vergleich.
Endlich Kirgisistan, die Schweiz von Zentralasien. Die Landschaft veränderte sich schlagartig in saftig, grüne, hügelige Hochebenen. Die Strassen sind von super bis abenteuerlich aber Marc steuert Grisu sicher um die Löcher. Bald erreichten wir Karakol das Touristenzentrum von Kirgisistan. Im Sommer starten hier Trekking- Touren und im Winter ist es ein Skiort. Hier besuchten wir eine Dunganen Familie. Ein muslimisch-chinesisches Volk welches nach Zentralasien floh. Wir durften ihre Küche Kosten und auch zuschauen wie sie ihre Nudeln in der Luft herumwirbelten. Das Essen war fantastisch.
Von Karakol ging es weiter an den Issyk-Kul-See und den Fairy-Tale- Canyon. Der Issy-Kul-See ist der zweitgrössten Binnensee der Welt. Er ist 182km lang und ca. 60km breit und die Tiefe ist bis 668m. Er hat über 80 Zuflüsse aber keinen Abfluss. Im Issyk-Kul-See konnten wir baden und die Zeit etwas geniessen. Den Canyon kann man alleine erkunden, rauf und runter über alle Hügel. Es war eine wunderbare Umgebung. In Kirgisistan wird noch das Jagen mit Adler praktiziert. Eine handvoll ausgewählter Kirgisen dürfen das noch praktizieren, natürlich zeigt man das auch gerne den Touristen.
Weiter ging es dem Issy-Kul-See entlang, immer wieder an schönen Landschaften vorbei bis nach Taschrabat, einem schönen Gebiet immer näher der chinesischen Grenze. Weit abgelegen liegt eine Caravansaray mit einem Jurtencamp. Hier haben wir eine Nacht verbracht bevor wir Richtung Grenze aufgebrochen sind.
Der Grenzübertritt nach China war eine spezielle Erfahrung, leider machen wir diese noch einmal. Ohne Hilfe von einer Agentur wären wir wahrscheinlich noch länger gestanden. Um 8 Uhr morgens haben wir in Kirgisistan mit der Ausreise begonnen und am 23.45 sind wir auf den uns zugewiesenen Schlafplatz in Kashgar eingefahren. Am nächsten Tag mussten wir noch die Autonummer und unsere Führerausweise abholen. Unser Auto wurde kontrolliert und wir mussten uns vor Grisu aufstellen mit Warndreieck und Feuerlöscher für ein weiters Foto. Obwohl ich ja nicht fahren darf, in China dürfte ich jetzt hochoffiziell fahren. Alles wird gefühlt tausend mal kontrolliert, aber den Durchblick haben sie dann doch nicht.
Wir reisen im Gebiet der Uiguren im Gebiet Xinjiang. Freies Reisen ist undenkbar. Wir haben eine vorgegebene Route und am Abend wird kontrolliert, dass man auch wirklich auf dem vorgeschriebenen Platz ist. Es ist nicht gerne gesehen wenn man mit Uiguren ins Gespräch kommt. Gefühlt werden wir alle 50m gefilmt oder fotografiert, kein schönes Gefühl. Landschaftlich gab es uns nicht soviel wie wir es uns erhofften. Gezeigt wird einem nur was sie wollen, was wir sehen wollten interessiert nicht. Vieles ist neu, das heisst die Altstadt wird abgerissen und eine neue nachgebaut mit Strom, Wasser und Totalüberwachung. Wir sagten oft, hier ist alles Fake, alles wird umgegraben und so gemacht wie man das will oder es besser passt. Die Uiguren werden vom System mit einer Million Miliz ständig kontrolliert.
Unsere Route ging von Kashgar nach Hotan wo wir eine Papierfabrik aus der Ming Dynastie besuchten. Weiter ging es durch die Taklamakan Wüste, die zweitgrösste Wüste der Welt. Man sagte uns unser Schlafplatz sei in der Oase in Tazhong, inmitten der Wüste. Eigentlich entpuppte sich der Platz als Bauplatz für Baumaschinen und die Drohnen kontrollierten unsere Ankunft. Wir haben uns auf die Taklamakan Wüste gefreut. Es war schön aber nicht atemberaubend. Unsere nächsten Stopps waren Korla und Urumchi. Wir besuchten den riesigen Markt und das Mumien Museum. Die vielen Kinder hat der grausliche Anblick nicht gestört. Als letzter Ort vor der Grenze, Fuyun. Hier wurden wir auf den Hilton-Parkplatz gestellt. Der Ort war aber eigentlich ganz nett, abends leuchteten überall Lichter und die Bewachung war nicht mehr so gut sichtbar. Am Nachtmarkt hatten wir Langnasen lustige Begegnungen mit den Einheimischen. Wir fühlten uns wie Promis, alle wollten mit uns ein Foto.
Nach einer kurzen Zeit in China, waren wir froh endlich in die Mongolei zu wechseln und wieder in unsere Freiheit entlassen zu werden. Wir haben die Rechnung ohne die Chinesen gemacht, da war ja noch die Ausreise. In jedem Land wäre man froh wenn die Touristen ausreisen, in China nicht. Die Formalitäten und die Autokontrolle waren schlimmer als bei der Einreise, reine Schikane! Der Zoll öffnete um 10.00 Uhr, wir waren da. Die Station schloss um 18.30 Uhr, wir fuhren 18.25 Uhr durch das Tor, mit ziemlich roten Köpfen. Wir wussten, dass wir auch noch die Abfertigung auf der mongolischen Seite vor uns hatten. Oh Wunder, in einer kurzen Stunde waren wir mit samt unserem Grisu drin.
Jetzt gehts los in der Mongolei und die ersten paar Kilometer haben sich schon mehr als gelohnt.
Wir grüssen alle herzlich, bis bald……
Claudia und Marc

















































